Description: Leihmutterschaft - die "zeitgenossische Auspragung eines traditionellen Lebensmodells" oder doch eher eine besondere Form des Kinderhandels bei gleichzeitiger Ausbeutung der Leihmutter? Der Grundsatz mater semper certa est gilt jedenfalls in medizinischer Hinsicht schon lange nicht mehr. In dieser Arbeit unterzieht der Autor das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland einer verfassungsrechtlichen und einer rechtsethischen Analyse. Dabei finden sowohl die Interessen Berucksichtigung, die zur Begrundung des Verbots herangefuhrt werden - insbesondere das Kindeswohl, die Menschenwurde des Wunschkinds und der Leihmutter sowie eine drohende Ausbeutung der Leihmutter -, wie auch die Grunde, die gegen ein Verbot der Leihmutterschaft sprechen - allen voran der unerfullte Kindeswunsch der Wunscheltern. Besonderes Augenmerk wird auch auf die gemeinschaftsabhangigen Belange der Individuen gelegt. In diesem Rahmen werden z. B. eine befurchtete Kommerzialisierung des Menschen oder der Vorwurf diskutiert, Leihmutterschaft sei "unnaturlich" und daher zu verbieten. Innerhalb der Untersuchung zieht der Autor nicht nur empirische Studien zur Leihmutterschaft zu Rate, sondern setzt sich auch mit den wesentlichen Theorien aus dem Bereich der Rechtsethik auseinander, um dann eine eingehendere Untersuchung aus der Perspektive des Normativen Individualismus durchzufuhren.