Description: Ausgehend vom griechischen Begriff des agon (Wettstreit) hat die Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe ein politisches und asthetisches Formgesetz demokratischer Selbstverstandigung vorgeschlagen: ein Wechselspiel von Impulsen der demokratischen Dynamisierung und Institutionalisierung, das sich in offenem Austausch und polemischem Streit ausdruckt. Welche asthetischen Implikationen ergeben sich aus diesem Konzept der Agonistik in Literatur, Film und bildender Kunst, aber auch fur den Kunstbegriff als solchen? Die Beitrage verhandeln das Phanomen der Agonistik von der antiken Tragodienform uber aufklarerische Staats- und Kunstkonzeptionen und fruhromantische Poetiken bis hin zur zeitgenossischen Film- und Serienasthetik. Sie bezeugen die wesentliche Rolle, die das Agonistische als thematischer Bezugspunkt spielt, aber auch als Antriebsmoment kunstlerischer Prozesse und als Reflexionsfigur fur gesellschaftliche Konfliktfelder.
Brief description: Lucas Knierzinger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Universitat Zurich in der Briefwechsel-Edition Johann Caspar Lavaters. Er hat Deutsche Philologie und Geschichte in Basel studiert und schloss 2022 seine Dissertation zu dokumentarischen Formaten nach 1900 mit Fokus auf Bertolt Brecht, Peter Weiss und Heiner Muller ab. Lea Liese ist wissenschaftliche Assistentin am Deutschen Seminar der Universitat Basel. Sie hat Komparatistik und Philosophie in Paris, Berlin, Lille und Bochum studiert. 2021 wurde sie mit einer Arbeit zu kleinen Formen in der politischen Romantik in Basel promoviert. Nicolas von Passavant wurde nach einem Studium der Germanistik, der Filmwissenschaft und der Philosophie 2017 in Basel mit einer Arbeit uber Nachromantische Exzentrik promoviert. Nach Forschungs- und Lehrtatigkeiten in Frankfurt a. M., London, Wien und Berlin arbeitet er zurzeit an der Universitat Zurich an einer Habilitationsschrift uber Barockasthetik.