Description: Asmara, die Hauptstadt Eritreas, ist ein einzigartiges - allerdings gefahrdetes - Denkmal der italienischen Architekturmoderne in Afrika. Die formal eindrucksvoll gestalteten Bauten sind eng mit der kolonialen Entwicklungsgeschichte verwoben: Ab 1886 erlebte die einheimische Bevolkerung die Invasion der Italiener als empfindlichen Einschnitt in ihre kulturellen Gewohnheiten. Italienische Architekten und Bauherren sahen in der ostafrikanischen Kolonie die Chance, ihrem Architekturverstandnis ebenso wie ihrer gesellschaftlichen Stellung Ausdruck zu verleihen. Auf Grundlage bisher unberucksichtigter Archivalien zeigt die Autorin, wie Stadtplanung und Architektur eingesetzt wurden, um die italienische Kolonialgesellschaft zu formen, auch schon bevor die faschistische Regierung Asmara weiter ausbaute
Brief description: Vera Simone Bader ist Kunsthistorikerin und seit 2013 wiss. Mitarbeiterin am Architekturmuseum der TU Munchen. Dort kuratierte sie die Ausstellung Lina Bo Bardi 100. Brasiliens alternativer Weg in die Moderne. Fur ihre Dissertation erhielt sie 2014 den Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Gottingen.
Review Quotes: Nun legt Vera Simone Bader eine umfassende Analyse uber Asmara als "Die Konstruktion einer italienischen Kolonialstadt 1889 - 1941" vor. (...) Die Autorin benennt die handelnden Akteure und ihre Ruckkoppelung mit Rom und erzahlt so schlussig die Geschichte einer Stadtwerdung, die immer das Ziel hatte, ein neues romisches Imperium zu symbolisieren. Insofern ist dieses verdienstvolle Buch der bisland vermisste theoretische Unterbau fur die mediale "Entdeckung" des Jahres 2006.