Description: Das Verhältnis von Religion und Zivilgesellschaft ist komplex und ambivalent. Einerseits kann es keineswegs als ausgemacht gelten, dass Religion ein Teil der Zivilgesellschaft ist: Nicht jede Religion oder religiöse Gemeinschaft versteht oder verhält sich als zivilgesellschaftlicher Akteur und nicht alle Staaten weisen gleichermaßen jenen Bereich freiwilliger Selbstorganisation auf, den wir Bürger- oder Zivilgesellschaft nennen. Andererseits ist eine intakte Zivilgesellschaft ohne ein geklärtes, konstruktives Verhältnis von Staat, Religion und Gesellschaft kaum zu erreichen. In demokratisch verfassten Gesellschaften - so kann man im Anschluss an Alexis de Tocqueville vermuten - stellen Religion und ihre vielen Formen der Vergemeinschaftung einen wesentlichen Teil der Zivilgesellschaft. Während diese These für die USA als bewiesen gelten kann, herrscht relative Unklarheit für Europa und viele andere Teile der Welt. Der Band setzt an dieser Grenze des Wissens an. Die theoretischen und empirischen Beiträge hinterfragen kritisch die Rolle der Religion in der Zivilgesellschaft und machen auf die Bedeutung des politischen Kontextes aufmerksam, der durch das jeweilige politische System gesetzt wird.
Review Quotes: "Aufgrund der theoretischen und empirischen Vielschichtigkeit stellt der Sammelband einen wesentlichen Beitrag nicht nur im Bereich der allgemeinen Religionssoziologie, sondern auch im Bereich der politikwissenschaftlichen Systemforschung dar." Portal für Politikwissenschaft (www.pw-portal.de), 04.08.2011