Description: Rom stellt seit uber 200 Jahren einen internationalen Forschungsknotenpunkt fur Geisteswissenschaften dar. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden hier nationale Forschungs- und Kulturinstitute gegrundet, darunter vier deutsche: das Deutsche Archaologische Institut, das Deutsche Historische Institut, die Bibliotheca Hertziana und die Villa Massimo. Erstmals wird ihre Geschichte institutsubergreifend unter dem Aspekt des wissenschaftlichen Internationalismus im 20. Jahrhundert untersucht: Arbeiteten die Deutschen mit internationalen Kollegen zusammen? War die Kollaboration von Konkurrenz oder Kooperation gepragt? Der Fokus liegt besonders auf Kontinuitaten und Diskontinuitaten internationaler Projekte und Netzwerke uber zwei Weltkriege und vier politische Systeme hinweg. Kooperationsprojekte waren selten, doch zeigte sich ein ausgepragter wissenschaftlicher Internationalismus bei einigen Individuen oder in Vortrags- und Veranstaltungsaktivitaten. Wissenschaftlicher Internationalismus blieb oft Rhetorik und wurde selten in die Praxis umgesetzt. Die Studie zeigt, dass wissenschaftlicher Internationalismus Zeit und Vertrauen braucht, wahrend nationale Interessen oft im Vordergrund stehen.