Description: Die Idee eines erziehenden Gemeinschaftslebens gab es sowohl in der deutschen als auch in der amerikanischen Hochschuldebatte des 19. Jahrhunderts. Nach 1945 wurden in vielen westdeutschen Universitaten Kollegienhauser eingerichtet, in denen die Studierenden zusammenleben und allgemeinbildend erzogen werden sollten. Die westlichen Alliierten unterstutzten diese Universitatsreform-Projekte, da sie hofften, damit ein demokratisches Fundament bei den Studierenden zu schaffen. Die letztlich gescheiterten Bestrebungen fur eine Erziehungsfunktion der Universitat speisten sich aus einer spezifisch deutschen Gemeinschaftsidee einer alteren Professorengeneration, zu der es schon in den 1960er Jahren kaum noch Zustimmung gab.
Der Autor stellt die Entwicklungslinien der Kollegienhausidee bis zu den Reformbestrebungen nach 1945 dar, deren Akteure und Positionen er detailliert analysiert. In vier Fallbeispielen an westdeutschen Universitaten untersucht er den Transfer amerikanischer College-Modelle in die Debatte bis in die 1960er Jahre.Brief description: Konstantin von Freytag-Loringhoven, geb. 1977 in Tubingen, studierte Internationale Beziehungen in Dresden und Durham. 2011 wurde er an der Humboldt Universitat zu Berlin promoviert. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter forscht er an der Universitat Rostock zum universitaren Bildungsauftrag.
Review Quotes: "masterful work""...die Arbeit zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel des Studiums der deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte macht."