Description: Die Metropolitanverfassung war das verbindliche Organisationskonzept der spatantiken romischen Reichskirche. Sie beinhaltete insbesondere eine hierarchische Strukturierung des Episkopats in Metropoliten und Suffraganbischofe, die Einrichtung von Kirchenprovinzen, die kanonische Regelung der Bischofsweihe und das Abhalten von Provinzialsynoden. Im Abendland bestand die Metropolitanverfassung nach dem Untergang des Westromischen Reiches in den Landeskirchen der Germanenreiche zunachst fort, auch in dem auf gallischem Boden errichteten Frankenreich der Merowinger. Spatestens gegen Ende des 7. Jahrhunderts war dieses kirchliche Organisationskonzept jedoch in diesem Regnum vollig ausser Geltung gekommen. Die Restitution der frankischen Metropolitanverfassung nahm ihren Anfang unter der Herrschaft Karls des Grossen und erstreckte sich bis zum Ende des 9. Jahrhunderts. Die vorliegende Arbeit bietet erstmals eine umfassende und vergleichende Untersuchung zur Metropolitanverfassung des karolingischen Frankenreiches. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei die Errichtung eines Systems von frankischen Kirchenprovinzen mit festen Metropolitansitzen nach dem Vorbild der spatantik-gallischen Provinzgliederung, die Provinzialsynoden der Karolingerzeit, die Weihen der karolingerzeitlichen Metropoliten und Suffraganbischofe sowie die Rolle der Metropoliten in der kirchenpolitischen Praxis des Frankenreiches.