Description: Dem strafprozessualen Anfangsverdacht kommt eine Schlusselfunktion fur das Ermittlungsverfahren, die Inkulpation sowie Ermittlungsmaanahmen zu. Dieser herausragenden Bedeutung werden seine unscharfen Voraussetzungen indes nicht gerecht. So bildet der Verdachtsgrad infolge des Ruckgriffs auf den Maastab diffuser kriminalistischer Erfahrung ein Einfallstor fur Vorurteile. Die Arbeit zeigt, dass solche aufgrund von verfassungs-, volker- und europarechtlichen Demarkationslinien vor allem dann nicht berucksichtigungsfahig sind, wenn sie an personenbezogene Merkmale anknupfen, und gelangt auf der Grundlage kriminologischer Studien zu dem Ergebnis, dass die rechtlichen Grenzen einer vorurteilsbedingten Anfangsverdachtsschopfung teilweise systematisch missachtet werden. Einen weiteren Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Auswertung sowie Systematisierung einschlagiger strafprozessrechtlicher Rechtsprechung. Die Arbeit schlieat mit einer liberal-rechtsstaatlichen Reformagenda.