Description: Richterliche Rechtsfindung ist fehleranfallig. Was unspektakular klingt, belegen neuere empirische Daten eindrucksvoll. Durch Rationalitatsschwachen kann es zu Verzerrungen und jedenfalls dazu kommen, dass sachfremde Aspekte einflieaen. Konnen Algorithmen und Kunstliche Intelligenz dazu beitragen, dass gerichtliche Entscheidungen rationaler werden? Uberlegungen zur Automatisierung im Recht sind nicht neu, mussen aber aufgrund neuer technischer Moglichkeiten und Erkenntnisse zur Entscheidungsfindung neu gedacht werden. Eine vollstandige Automatisierung scheidet allerdings aus. Einzelfallgerechtigkeit zu gewahrleisten, ist in vollautomatisierten Verfahren nicht moglich. Neben technischen sind es zuvorderst verfassungsrechtliche Hurden, die einem solchen Vorhaben Grenzen setzten. Ein Verbot algorithmenbasierter Unterstutzungssysteme ist dem Grundgesetz indes nicht zu entnehmen. Sofern es gelingt, den Systemen rechtsstaatliche Funktionsweisen einzuhauchen, konnen neue Technologien die richterliche Rechtsfindung sinnvoll unterstutzen.